22. Dezember 2016

Das Klimakollektiv

Der Klimawandel bedroht Ökosysteme und Gesellschaften unserer Erde massiv. Trotzdem unternimmt der Großteil der Menschen keine angemessenen Maßnahmen dagegen. Einerseits liegt das an fehlenden Informationen. Andererseits fehlt es an der Motivation, aus vorhandenem Wissen auch Konsequenzen für das eigene Handeln zu ziehen. Die Fakten über die globale Klimakrise existieren scheinbar in einer Parallelwelt, die wir nicht mit unserem Privatleben in Verbindung bringen. An jedem Tag, an dem wir unserem gewohnten privaten Alltag nachgehen, beteiligen wir uns an einer enormen kollektiven Verdrängung, statt nach kollektiven Lösungen zu suchen.

Das wollen wir ändern.

Das Klimakollektiv arbeitet deshalb an den drei Schlüsselstellen des sozialen Wandels:

Bildung, Aufbau von alternativen Projekten, Diskurs und Aktion.

Diskurs und Aktion

Für kollektive Probleme brauchen wir kollektive Lösungen. Wer allein zu Hause vor der Zeitung mit den Klimaprognosen sitzen bleibt, läuft Gefahr, sich ohnmächtig und überwältigt zu fühlen. Handeln heißt also: sich in Gruppen organisieren statt in Isolation verharren.

Das Klima*Kollektiv unterstützt die Vernetzung von politischen Gruppen oder engagierten Einzelpersonen zum Aufbau einer sozialen Bewegung gegen Klimawandel. Wir greifen in den gesellschaftlichen Diskurs ein: mit Kampagnen, die die Aufmerksamkeit auf systemische Wurzeln des CO2-Ausstoßes lenken, mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen gegen besonders energieintensive Produktions- und Verbrauchsweisen. Handeln heißt auch: Reflektiert und entschlossen in die Realität eingreifen anstatt Zaungast zu sein.

Aufbau von alternativen Projekten

Handeln heißt auch: Projekte aufbauen, die konkrete Alternativen zu einem auf Wachstum und Ausbeutung basierendem Wirtschaftssystem schaffen. Mit Ideen und Strategien, Hammer und Nagel, Schaufel und Samen. Projekte, die uns widerstandsfähig (‚resilient’) gegen zukünftige Wetterextreme und soziale Krisen machen. Ob das Gemeinschaften sind, die ihr eigenes soziales Sicherungssystem schaffen, ob agrarökologische Waldgärten, Tauschringe, Repariercafés, Höfe, die nach dem Prinzip der Solidarischen Landwirtschaft arbeiten, selbstorganisierte Universitäten. So dass wir praktisch unabhängig werden von einem System, das wir theoretisch schon lange kritisieren.

Langfristig planen wir, einen Bildungsort aufzubauen, an denen Menschen ökologisch leben sowie selbstbestimmt, praxisbezogen und ganzheitlich lernen können. Bis es diesen Ort gibt, werden wir für unser Bildungsprogramm andere wegweisende Orte und Gruppen besuchen oder Personen einladen, die davon erzählen können.

Bildung

Wir möchten gezielt über die Ursachen und Folgen globaler Erwärmung aufklären. Doch wir möchten nicht nur Fakten vermitteln, deren Tragweite die Menschen überfordert und apathisch macht. Klimabildung bleibt wirkungslos, wenn sie keine Handlungsmöglichkeiten aufzeigt. Bildung bedeutet für uns: Auseinandersetzung statt Verdrängung, Selbstbefähigung statt Hilflosigkeit. Wir möchten Menschen dazu empowern, die Schritte vom Wissen zum Bewusstsein und von da aus zum Handeln zu gehen.

Handeln, das heißt: die eigene Position finden und öffentlich vertreten, alternative Projekte aufbauen: ob mit Ideen oder Hammer und Nagel und sich in politische Prozesse einmischen.

Das Klima*Kollektiv organisiert Veranstaltungen zu den Themen Klimawandel, globale Gerechtigkeit, politische Aktionsformen. Wir bündeln Expertise zu klimaspezifischer Kommunikation, Umweltpsychologie und darauf aufbauenden Lernmethoden; wir stellen Bildungsmaterial zusammen zu Problemen, Alternativen, Handlungsmöglichkeiten. Bei unseren Seminaren bringen wir Menschen zusammen: Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven, inspirierende Menschen, Menschen, die auf der Suche sind.