Flusscampmanifest – eine Quelle für Wassergerechtigkeit

Direkt zum Flusscampmanifest!

Die Veröffentlichung des Flusscampmanifest markiert einen strategischen Anstoß für die Wasserbewegung, die den Schutz von Flüssen, Grundwasser und Böden radikal zusammendenkt. Angesichts von fortschreitender Klimakrise, Austeritätspolitik und der anhaltenden Vergiftung von Gewässern fordert das Manifest einen Systemwechsel: weg von der Ausbeutung von Naturressourcen, hin zu einer Kultur der Regeneration und des aktiven Widerstands.

„Geht es den Flüssen gut, geht es den Menschen gut“, heißt es im Manifest. Flüsse und Auen gehören zu den artenreichsten, aber auch bedrohtesten Ökosystemen in Deutschland. An ihren Pegelständen und der Qualität unseres Trinkwassers wird die Polykrise täglich spürbar. Das Manifest ruft dazu auf, den Gewässerschutz aus der rein technokratischen Debatte zu befreien und als gesellschaftliche Massenbewegung zu organisieren.

Kampf dem „chemischen Kolonialismus“

Das Manifest zieht eine direkte Verbindung zwischen globalen Kämpfen und der Situation in Deutschland. Als zentrales Beispiel wird die Blockade des Chemiekonzerns BASF im französischen Saint-Aubin-lès-Elbeuf Ende 2025 genannt. Dort dokumentierten Aktivist:innen die Produktion von in der EU verbotenen Pestiziden für den globalen Export. Diese Praxis des „chemischen Kolonialismus“ betrifft Mensch, Wasser und Boden im globalen Süden und unmittelbar auch die Flüsse entlang der Produktionsstätten. Entlang des Rheins, des Mains und der Schwarzen Elster (u. a. in Ludwigshafen, Dormagen, Knapsack und Schwarzheide) betreiben Konzerne wie BASF und Bayer Fabriken, die durch ihre Produktion Gewässer belasten und gleichzeitig als mächtige Lobbyisten ein fossiles Agrarsystem aufrechterhalten.

Wasserrechte sind Bodenrechte: Allianz mit der Landwirtschaft

Ein weiterer Kernbereich des Manifests ist die Neuausrichtung des ökologischen Aktivismus. Inspiriert vom indigen geführten, historischen Staudammrückbau am Klamath River (USA) sowie Modellen der regenerativen Landwirtschaft wird gefordert, den Schutz von Wasser und Landwirtschaft zusammenzudenken.„Wasserprobleme sind Bodenprobleme“, so das Fazit des Klima*kollektivs. Nur wenn Böden durch Humusaufbau und den Verzicht auf Agrochemie wieder in die Lage versetzt werden, Wasser effektiv zu speichern, können sich Flüsse und Quellen langfristig stabilisieren. Die zukünftige Wasserbewegung sucht daher gezielt den Schulterschluss mit Kleinbäuer:innen und lokalen Initiativen. Das Manifest versteht sich als Einladung an Clean-Up-Vereine, Wassersportler:innen, Angler:innen und die breite Klimabewegung, sich entlang von Wassereinzugsgebieten neu zu organisieren, um lokale Alternativen zu schaffen und politischen Druck aufzubauen.

Hier das Flusscampmanifest herunterladen.